Musikalische Andacht zur Todesstunde

Karfreitag bildet ein Schlüsselmoment im christlichen Glauben. Es ist der Augenblick, in dem Gott den Menschen so nah kommt wie sonst nie in ihrem irdischen Leben. Gott selbst, Mensch geworden, leidet und trägt unsere Schmerzen, stirbt unseren Tod. Das Gedicht „Stabat mater dolorosa“ („Es stand die Mutter schmerz-erfüllt“) stammt aus dem 16. Jahrhundert und war lange Bestandteil der katholischen Liturgie. Es nimmt zunächst die trauernde Mutter in den Blick. Man meint ihr in diesem intensiven und intimen Moment voller Schmerzen quasi über die Schulter zu schauen, mit ihr zu weinen. Ab der 9. Strophe wird sie dann direkt angesprochen. Das „Lyrische Ich“ will im (Mit-)Leiden der Liebe (der Mutter, Jesu, Gottes) teilhaftig werden, um am eigenen Lebensende selbst „selig“ zu werden.
Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736), das junge Genie, das so früh in der Nähe Neapels an Tuberkulose starb, übersetzt diese starke Bildersprache in eine nicht minder eindrucksvolle Tonsprache. Das Werk zählt zu den meistgedruckten Werken im 18. Jahrhundert. Von J.S. Bach wurde es mit neuem Text unterlegt und zu seiner Kantate „Tilge Höchster, meine Sünden“ umgearbeitet.


Osterkonzert

Am Ostermontag erwartet Sie dann um 17 Uhr ein Konzert der Kantorei Wellingsbüttel (wie gewohnt mit Solisten und Kammerorchester). Auf dem Programm stehen die große Choralkantate zum 1. Ostertag „Christ lag in Todesbanden“ von J.S. Bach, eine Arie aus dem Messias von G.F. Händel sowie eine festliche Mozartmesse.

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